Aus dem Tagebuch des venezianischen Kaufmanns Niccolo di Venezia

Nachfolgende Tagebucheintragungen sind frei erfunden. Sie beinhalten die fiktive Reise des Kaufmanns Niccolo di Venezia von Italien über die Oberpfalz nach Böhmen, wie sie verlaufen sein könnte.

Der erste Teil entwirft das Bild einer deutschen Stadt am Übergang vom Spätmittelalter in die frühe Neuzeit und wurde als anekdotische Stoffsammlung ausgearbeitet: Ort des Geschehens ist Nabburg.

Der zweite Teil thematisiert das Landleben im Mittelalter und führt durch das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen.
Der Reisebericht geht in das Jahr 1536 zurück, welches für die Stadt Nabburg nicht ohne Bedeutung war. Historisch belegt ist zum einen der Einsturz des nördlichen Turms der Stadtpfarrkirche St. Johannes des Täufers am 1. September 1536 als Folge eines Blitzeinschlages und damit auch die Existenz dreier Personen, die bei diesem Unglück ums Leben kamen. Zum anderen ist mit einem Aquarell, das anlässlich der Reise des Pfalzgrafen Ottheinrich ab November 1536 von Neuburg nach Krakau entstand, das ungefähre Aussehen der Stadt überliefert.

Die Geschichte beginnt am Abend des vierten Tages vor dem großen Unglück mit der Ankunft in der "Vorstadt enthalb der Bruck" (heute heißt der Ortsteil "Venedig"), lässt den Kaufmann am Leben in der mittelalterlichen Stadt teilhaben und ihn als großstädtischen Italiener staunen über das oberpfälzische Landleben in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. (Auszug aus der Broschüre, Seite 3 "Der venezianische Kaufmann")